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Zum Artikel vom 12/13.09.2009-09-12
„Mangelernährung bei vielen Pflegebedürftigen.“

Bei so einer Überschrift könnte ich aus der Haut fahren. Immer wieder werden gerade die Pflegeheime von den Medien in den Schmutz gezogen. Ich arbeite seit 6 Jahren in der Altenpflege, bin Pflegefachkraft mit Fortbildung zum Palliativpfleger und kenne daher auch viele Mitarbeiter von anderen Pflegeheimen und ich wüsste nicht, dass irgendwo mal jemand verhungert oder verdurstet wäre. Jeden Tag kümmern sich Tausende Pflegkräfte und Ehrenamtliche Helfer liebevoll um pflegebedürftige Menschen, dabei geht es nicht allein um die Grundpflege, sondern auch um Tagesgestaltung, Essenreichen und vieles mehr. Und diesen wird durch wiederholte negative Berichterstattung geschadet, indem ihr ganzes Berufsbild  in Verruf gerät. Gerade das Essenreichen nimmt viel Zeit in Anspruch. Wer selbst pflegebedürftige Angehörige hat, weiß das. Zeit, die man sich aber gerne nimmt, weil gerade das Essen einer der letzten Höhepunkte im Leben vieler Pflegebedürftiger ist. Klar fehlt es an Pflegekräften, da die Pflegeheime wirtschaftlich arbeiten müssen und trotz der hohen Kosten eines Heimplatzes die Rechnung gerade so aufgeht. Die Kosten der Heime z.B. für Wasser, Strom, Personal usw. steigern jährlich höher als der Ausgleich der Pflegekassen dafür. Da ist die Politik gefragt. Erste Schritte sind getan mit der Schaffung von sogenannten zusätzlichen Betreuungskräften, die Aufgaben wie das Essenreichen übernehmen. Aber das ist nicht genug.
Ob sich daran nach der Bundestagswahl etwas ändern wird? Und die Herren und Damen aus den Medien und alle Leser fordere ich auf, doch mal ehrenamtlich in Pflegeheimen zu arbeiten. Dabei geht es nicht allein um das Essenreichen, sondern auch um Beschäftigung der Bewohner. Viele sind schon dankbar, wenn ihnen mal einfach jemand eine halbe Stunde zu- hört. Zeit die eine professionelle Pflegekraft leider nicht hat. Und dann wird sich jeder überlegen, ob er noch einmal so einen Artikel schreibt oder negativ über Pflegeheime spricht.

 

Konrad Skatula
Altenpfleger im St.Georg