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Sächsische Zeitung

Frage der Woche – SZ vom 25.03.08

Sollen die Olympischen Spiele 2008 in Peking boykottiert werden?

China wurde vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) ausgewählt, die Olympischen Sommerspiele 2008 auszutragen. Das Tibetproblem bestand damals schon.

Man kann davon ausgehen, dass auch in Deutschland wieder Olympische Spiele stattfinden.

Wie kann ich also als deutscher Staatsbürger, als Bürger eines Staates, welcher selbst in zunehmendem Maße im In- und Ausland Menschenrechte verletzt und zu Menschenrechts-verletzungen beiträgt, mit dem Finger auf China zeigen?

So im Inland: Agenda 2010, Bürger unter Generalverdacht, organisierte Arbeitslosigkeit, Schuldversklavung der Bürger durch Bund, Länder und Kommunen, Verweigerung der Durchsetzung des Bürgerwillens, Versuchskaninchen mittels Zwangsernährung durch genmanipulierte Lebensmittel und Besprühen mit chemischen Verbindungen aus der Luft, sowie ungenügender Schutz vor Umweltverschmutzung und Naturzerstörung, usw.

Wie im Ausland: Kriegsbeteiligung Balkan, Afghanistan, Libanon usw., Ausbeutung durch global agierende Konzerne in den Ländern der Dritten Welt, drittgrößter Waffenproduzent der Welt.

Sicher, es gibt in China Menschenrechtsverletzungen, aber in unserem Land kennt man sie nur aus Medienberichten. Wer diese ein wenig gründlicher studiert und mit der Wirklichkeit vergleicht, wird schnell zu dem Ergebnis kommen, dass sie immer das aussagen, was wir glauben sollen.

Aus meiner Sicht steuert die EU mit ihrem Grundlagenvertrag, von den Medien frenetisch gefeiert, auf eine Wirtschaftsdiktatur hin, in der die Menschenrechte keinen höheren Stellenwert als in China haben werden.

Der ehemaligen DDR wurde vom Westen der Vorwurf gemacht den Sport zu politisieren.

Gotthard Ringel

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